Donnerstag, 14. Januar 2021

Es war klar, dass es passieren würde

 Es zeichnete sich schon ab die letzten Monate... das meiner Chiwa das Beinchen ganz durchbrechen würde.

Nach der OP damals hatte die Speiche schon sehr schnell wieder den Geist aufgegeben. Die Elle wuchs daher schief zusammen. Der Knochen sackte durch die Belastung immer tiefer. Und es war ein dreifacher Beinbruch. Zwei schwere OP´s, von denen jede dafür gesorgt hat, dass sich die Hydrocephalus- und Herzkrankheit weiter verschlechterte. 

Zwar habe ich jetzt ein Medikament, welches die Folgen des Wasserkopfes erheblich in einem Anfall mindern, aber alles andere ist schwer zu beheben. Dabei hätte sie am besten nie operiert werden sollen. Jede weitere OP kann ihr das Leben kosten.

Heute war der erste Tag, an dem sie nicht mehr auftreten konnte. Schon die ganze letzte Zeit krampfte ihre Pfote. Das Beinchen ist so dünn wie eine Bleistiftmine und es hängt nun beängstigend durch. Die Bruchstelle ist ein dicker Knubbel geworfen. 

Es sagte sich so leicht, dass ich ihr dann die Orthese umbinde. Die ich selber hergestellt habe, denn so etwas Kleines gab es nicht. 

Sie muss sich wieder daran gewöhnen. Nach der OP damals trug sie die ja auch, aber dann rannte sie wieder und alles schien gut. 

Bis zuerst die Speiche brach. Danach wurden ihre Laufstrecken immer kürzer. Wenn sie nicht mehr kann, hebt sie das Bein. Heute war an ein Laufen nicht zu denken.

Der Tierarzt hatte zu. Später hatte ich einen Termin... dann behandelte ich das Beinchen erstmal so, dass ich es in der Hand ausstrich, so wie ich es in der Tierklinik gelernt habe. Ruhig umschließen, um die Krämpfe rauszunehmen.

Da sie ja doch mal ein Gschäfterl machen musste, blieb ich stur und band ihr die Orthese um. Zuerst steht sie da und bockt ein wenig, aber ich schau in den Himmel und denke, wenn sie muss, wird sie schon laufen. Am Ende klappte es doch. Sie kapierte, dass ich mich nicht erpressen lasse durch Ichkannnichtlaufen. Denn mit der Orthese geht das noch. 

Dennoch muss ich einen Termin beim Tierarzt wahrnehmen. Einfach um zu wissen, woran genau ich bin.


Der Sohn meinte dann wohl, ich würde jetzt alle Termine absagen, aber da zeige ich dem Schicksal mal, wie ernst es mir ist. Wie ernst die Lage überhaupt für mich ist. Selbst wenn eine OP erfolgen muss... danach ist sie ja transportfähig und bis ich umziehe, wird sie sich erholt haben. Oder ich lasse sie in Lüneburg operieren, wenn ich umgezogen bin. Ist zwar eine Strecke, aber da kann ich dann zur Familie fahren zwischendrin.


Eine andere Sorge macht sich breit. Zwar habe ich nun eine Ausnahmegenehmigung für die Übernachtung am neuen Wohnort, wegen Vertrag und allem muss ich da eben einmal hin... aber wenn die totale Ausgangssperre kommt, was dann? 

Gut, es ist ein wichtiger und unaufschiebbarer Fall. Deshalb hat das GA in Sachen Corona mir ja auch eine Genehmigung erteilt und die ganzen Unterlagen sind dann wohl auch dazu da, eine Ausgangssperre nicht gelten zu lassen in diesem Falle. 

Der ganze Zirkus hätte ja nicht sein müssen, wenn ich an die ganze Unvernunft der Leute denke, die da keinen Abstand halten. Der Sommer war eine einzige Orgie und ich kam, sah und rannte.

Zweimal war ich schwimmen, als der See gut leer war. Den Sommer über mit den ganzen Kakerlaken dort, das musste ich mir nicht antun.

Und bezüglich Gesundheit musste ich einmal nach Hanau. Das war furchtbar. Anfang Dezember war das. Wie die Ameisen. Von Abstand oder sowas keine Rede. Die Masken unter der Nase oder sonstwo. Leider ist diese Menschheit so dumm, dass sie freiwillig nichts auf die Reihe bekommen. Keine Einsicht haben in Nichts und selbst bei Androhung von Strafe ... 

Den ganzen Oktober über feierten die hier am See Oktoberfest. Es war die Rede, dass das ab Anfang November verboten wäre... die Zahlen stiegen, aber auf die Idee, freiwillig von dem Sodom und Gramophonola zu lassen, das kommt den Menschen nicht in den Sinn.

Die ganze Unsittlichkeit des Lebens wird nun endlich mal durch dieses Virus im Keim erstickt. Wenn der Mensch nicht hören will, dann muss er eben fühlen. Gottes Mühlen mahlen langsam, aber sicher.

An mir ist das Virus leicht vorüber gegangen. Ich hatte ein paar Tage keinerlei Geschmackssinn und leichtes Fieber. Das war es. Sonst nichts.


Schlimm ist ja, dass die Regierung meint, mit dem Runterfahren der kompletten Wirtschaft könnte man das Problem lösen.

Die kleinen Geschäfte, die sich alle an alle Regeln penibel gehalten haben, die gehen kaputt. Es könnten alle Geschäfte offen bleiben, wenn die Menschen vernünftig wären.

Auch hier, wo ich lebe... meinen die Menschen wohl, sie seien immun. Sie tragen draußen keine Maske und treffen sich und reden, dicht beieinander stehend. 

Ich lebe seit dem Bekanntwerden des Virus in fast vollständiger Askese, kann man so sagen, wobei ich schon immer eher ein Mensch war, der gerne mit sich  und Gott allein ist. Weder brauche ich Rummel noch Rämmidämmi noch hautnahe Kontakte.

Es gibt Menschen, die meinen, das braucht der Mensch doch, aber es sind nur die rein körperlichen Triebe, die ihn so reden lassen. 

Die Natur hat das ja so eingerichtet, dass Menschen auch näher zusammen kommen. Zum Beispiel zur Zeugung. Aber diese ganze Absabbelei bei jedem Zusammentreffen mit irgendwelchen Mitmenschen, das Bussi Bussi und angegrapsche... wie mich das anwidert. Schon immer.